Über uns

Barockmusik berührt, erregt das Gemüt, streichelt die Seele und verführt in klangliche Welten voller Schönheit, Leid und Leidenschaft. Sie fordert auf zum Tanz, zur wilden Gigue, zur zarten Sarabande, zum eleganten Menuett. Und sie brilliert im kompositorischen Korsett formaler Regeln mit einer schier unvorstellbar klanglichen Tiefe und farblichen Vielfalt.


Das Main-Barockorchester Frankfurt unter der künstlerischen Leitung seines Konzertmeisters Martin Jopp versteht es seit nunmehr fast 20 Jahren, sein Publikum für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts zu begeistern und in seinen Bann zu ziehen. Das hohe Maß an Musikalität, Virtuosität und insbesondere die unüberhörbare Spielfreude der Musiker zeichnen die erfolgreiche Arbeit und die internationale Anerkennung des Main-Barockorchestern aus. Neben den nun fast einhundert, vom Publikum immer wieder enthusiastisch gefeierten Konzertauftritten im Rahmen der eigenen Konzertreihen in Gießen und im Refektorium des Karmeliterklosters in Frankfurt am Main ist das Main-Barockorchester Frankfurt ein gern gesehener und gehörter Gast auch auf renommierten Festivals und Konzertreihen (u.a. Hohenloher Kultursommer, Konzertreihe im Musikinstrumentenmuseum Berlin, Konzertreihe des Bayrischen Rundfunks in Nürnberg,

Internationale Bachtage, Tage Alter Musik Regensburg, Heidelberger Frühling, Brühler Schlosskonzerte, Tage der Alten Musik in Herne u.v.m.). Im Rahmen seiner Konzertprojekte und CD-Aufnahmen arbeitet das Main-Barockorchester Frankfurt regelmäßig mit exzellenten Solisten wie Hannes Rux, Xenia Löffler, Johanna Seitz, Wolf Matthias Friedrich u.a. zusammen.

Die beim Label Aeolus erschienen CD-Aufnahmen mit Ersteinspielungen von J.F. Fasch, J.W. Hertel,und J.M. Molter erhielten in der Fachpresse und beim Publikum große Wertschätzung und Anerkennung und wurden vielfach ausgezeichnet (u.a. CD des Monats (Hessischer Rundfunk), Diapason, CD des Monats im Fono Forum). Im September 2016 erschien bei Aeolus eine weitere CD des Main-Barockorchesters Frankfurt, diesmal mit Ersteinspielungen des italienischen Komponisten Pietro Gnocchi.


Martin Jopp

Jörn-Sebastian Kuhlmann

Adam Lord

Marie Verweyen

Konstanze Winkelmann

Friederike Kremers

Katie Stephens

Christian Zincke

Henrike Seitz

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Martin Jopp

„Deutsche Kammermusik vor Bach“, so heißt die Kassette, die mir meine Tante zu Weihnachten schenkte, als ich 12 Jahre alt war. Ein Geschenk, das vielleicht die Weichen für mein Geigerleben gestellt hat. Es sollte noch ein paar Jahre dauern, bis ich mich mit der Barockgeige selbst auseinandersetzte. Trotz des immensen Interesses an der „Historischen Aufführungspraxis“ absolvierte ich ein konservatives Studium der modernen Violine, allerdings keine Gelegenheit auslassend, mich mit der Barockvioline zu beschäftigen.

Dann kamen endlich die Jahre, in denen Darmsaiten, Barockgeige, barocke und klassische Bögen zu meinem alltäglichen Werkzeug wurden, ich bei Gottfried von der Goltz in Würzburg studierte und mit dem Meisterklassendiplom abschloss.

In dieser Zeit kam ich zum Main-Barockorchester dazu, welches bereits einige Konzerte hinter sich hatte, ebenso zum ‚L’Orfeo Barockorchester‘, den Ensembles von Frieder Bernius und Christian Zinckes ‚Echo du danube‘. Seit 2012 bin ich Mitglied des Stuttgarter Ensembles ‚Il Gusto Barocco‘ unter Jörg Halubek.

In vielen Konzerten dieser Ensembles, in denen ich auch heute noch spiele, trete ich als Solist und Konzertmeister auf, zahlreiche CDs und Rundfunkmitschnitte sind bisher entstanden.

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Jörn-Sebastian Kuhlmann

Erste Auftritte im Alter von drei Jahren. Nicht im Konzertsaal, im Seniorenheim, als Triangelspieler des Familienorchesters. Eltern: Pastor und Kirchenmusikerin. Später dann obligatorisch: Blockflöte, Klavier, Kinderchor, Geige. Berufswunsch später: Sänger. Hat nicht geklappt, dann eben Barockgeige. Ich hatte schon Passionen, Messen, Oratorien im Chor mitgesungen, als mir eine Schallplatte mit Gardiners h-moll Messe in die Hände fiel. Da habe ich zum ersten mal verstanden, wie schön Dissonanzen sein können, wie wohltuend Rhythmus ist, wie bewegend Musik sein kann, wenn sie mit Richtung gespielt wird. Da war klar, wenn Musik, dann in dieser Art und Weise. Das, gepaart mit meiner Erfahrung aus der Jugend, dass Musik immer zur Erbauung von Menschen gemacht wurde, macht mich in meinem Beruf sehr reich. Dazu kommen die vielen Reisen mit netten Kollegen, die Beschäftigung mit den Schätzen unserer Kultur und der Rückhalt in der Familie. Was braucht man mehr?

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Adam Lord

Das Schicksal: Die dritte Klasse sitzt vor der Lehrerin. „Wer möchte Geige lernen?“ Zehn kleine Hände strecken sich gen Himmel. Zwei werden gewählt. Die Leidenschaft: Ein Sommerkurs sechzehn Jahre später in Suffolk, England. Zur ersten Probe eine Barockgeige erstmalig in die Hand genommen. Der weiche, warme Klang des Darms. Ein Gefühl des Ankommens, eins der Geborgenheit.

Dazwischen lagen viele Jahre in diversen Jugendorchestern, zwei Jahre im Internat der Chetham’s School of Music in Manchester und ein Studium an der Royal Northern College of Music. Es folgte der Schritt nach Europa, Studium der Barockvioline an der Musikhochschule in Würzburg bei Prof. Dr. Pauline Nobes.

Nun Engagements unter anderen bei Collegium Cartusianum, Köln, Il Gusto Barocco, Stuttgart, Ensemble Schirokko, Hamburg, der Deutschen Kammerphilharmonie, Bremen und dem Main-Barockorchester, Frankfurt - und eine kleine Familie zuhause im fränkischen Nürnberg.

Das Schicksal hat es gut gemeint mit mir.

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Marie Verweyen

„Bleistifte weg!“  Diese Anweisung stammt aus dem Munde des Dirigenten Sergiu Celibidache und hat meinen musikalischen Werdegang wohl am stärksten geprägt. Celibidache forderte mit diesen Worten ein knapp hundertköpfiges Jugendorchester, die Orchesterakademie des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, auf, eine Brucknersinfonie kammermusikalisch zu denken.

Vor allem war es eine Aufforderung zum Hören: “Bleitifte weg und Ohren auf! Wie verläuft die Phrase, wo will sie hin, wie ist zum Thema die Begleitung stimmig...?” Sechs Wochen lang durfte ich das zu Beginn meines Geigenstudiums erleben. Diese Erfahrung hat sicher wesentlich dazu beigetragen hat, dass ich meinen Platz in kleinbesetzteren Barockorchestern gesucht und gefunden habe, wie zum Beispiel dem Main-Barockorchester-Frankfurt, in dem wir, vor allem in der Anfangszeit, gerne lange darüber diskutiert haben, wie eine Phrase zu gestalten ist, ob der Auftakt nun nach „rechts oder links“ gespielt werden soll.

Weitere wichtige Einflüsse verdanke ich vor allem meinen Lehrerinnen Prof. Ida Bieler, Prof. Jutta Rübenacker und Lucy van Dael sowie meiner Zeit als Mitglied im Barockorchester Stuttgart unter Frieder Bernius. Zur Zeit besitze ich, entgegen Celibidaches Motto, allerdings sehr viele Bleistifte, die ich stets von meinen zahlreichen Schülern geschenkt bekomme. Aber ich arbeite weiterhin daran, ihnen und mir die Ohren und das Herz für die Musik zu öffnen, so dass dieses Hilfsmittel eines Tages überflüssig sein wird.

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Konstanze Winkelmann

Konstanze bedeutet die Beständige. Seit dem 4. Lebensjahr spiele ich Geige. Immer auf der Suche nach dem ultimativen Klangerlebnis.

Beim Üben zuhause, auf dem Podium, für mich und untereinander zwischen uns Musikern. Angetrieben davon, diese "Gänsehautgefühle" mit dem Publikum. Zu teilen, die Wand zwischen Musizierenden und Zuhörenden aufzulösen. Oft eine Gratwanderung zwischen Sicherheit und Riskieren.

Wenige Berufe lassen so viel "Bewegungsfreiraum" zu. Mal ist es das fast egomanische Auf-sich-selber-Konzentrieren beim Spielen einer Solo-Arie, mal das Leiten einer Gruppe und dann das Aufgehen im Tutti. Ein Teil werden, "Einswerden", was den Klang angeht. Diese nonverbale Kommunikation ist für mich so reizvoll und erfüllend.

Was mich freut? Wenn die Chöre mit denen wir musizieren sich am Konzerttag  zu Höchstleistungen aufschwingen und sich ein "Wir-Gefühl" einstellt auf musikalischer, menschlicher und vielleicht theologischer Ebene. Vor was ich Angst habe? Vor Googlebrillen. Was ich mir wünsche? Zahlungskräftige Sponsoren, die außergewöhnliche Projekte ermöglichen, glückliche Kinder, saftige Aprikosen und Zeit zum Rennradfahren.

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Friederike Kremers

In Berührung mit „Historischer Aufführungspraxis“ kam ich schon vor meinem Studium, als ich im Kantorei-Orchester in Heidelberg die Johannes- und Matthäuspassion von J. S. Bach mitspielte. Damals steckte diese Bewegung noch in den Kinderschuhen und der Kantor, Walter Nussbaum, später Dirigierprofessor in Hannover, war begeistert von Harnoncourts Wiederentdeckung barocker Stilistik. Angesteckt von seinen Ideen verbrachten wir viele Stunden unermüdlich damit, alte Klänge und Artikulationen auf unseren Instrumenten neu auszuprobieren.

Nach meinem Studium auf der modernen Viola erstand ich endlich ein Instrument aus dem 18. Jahrhundert, zusammen mit einem Barockbogen. So konnte ich mich ganz intensiv mit der Interpretation barocker und frühbarocker Musik beschäftigen und bin bis heute fasziniert vom Farbenreichtum und den klanglichen Möglichkeiten.

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Katie Stephens

In Arbeit

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Christian Zincke

Was ziehen Sie vor – Musik oder Wurstwaren ? (Eric Satie)

Eine existentielle Frage, die Christian Zincke immer noch ins Grübeln bringt; wobei „Wurstwaren“ durchaus im weiteren Sinne zu verstehen ist, im Grunde also von Kaasnocken über Apfelstrudel bis Liptauer alles essbare, vorzüglich aus der Wiener Küche.

Schon während seines Violastudiums in Wien spielte er an der Wiener Staatsoper und beschäftigte sich nebenbei mit der Viola da Gamba und Englischer Consortmusik; intensive Erlebnisse, die einen klaren Sieg von Schweinsbraten & Co verhinderten.

Danach folgten Studien in England, den Niederlanden und Deutschland, ein ausgefülltes Leben als freischaffender Musiker in ganz Europa und einigen entfernteren Ländern (in Japan war er aber nie!). All das hat immer noch keine klare Entscheidung gebracht. Ein Zustand, in dem das Zünglein nicht weiß wohin; er forscht weiter, sowohl in Musikbibliotheken als auch Kochbüchern....

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Henrike Seitz

Meine Liebe zum Cembalo begann im Alter von 5 Jahren beim Besuch eines Kirchenkonzerts,   an dem „so ein grünes großes Instrument“ beteiligt war.

Glücklicherweise war mein langjähriger Klavierlehrer am „Erlanger Musikinstitut“ (Helmut Schultes) ein großer Bachliebhaber.

Er besaß diverse historische Tasteninstrumente und ihm verdanke ich die wichtigsten musikalischen Impulse, auf denen ich später im Musikstudium aufbauen konnte.

Über den Umweg des Klavierstudiums (Kirsti Hjort) fand ich zum „historischen Tasteninstrument“ bei Glen Wilson zurück.

1992 gewann ich den renommierten Wettbewerb für alte Musik in Brugge (Hammerflügel), 1993 den dt.Hochschulwettbewerb (Cembalo).

Nach dem Studium konnte ich noch ein sehr wertvolles Aufbaustudium an der Schola cantorum in Basel bei Jesper Christensen anhängen.

Als Mitbegründerin des „Main-Barockorchesters Frankfurt“, Solistin und Begleiterin in verschiedensten Ensembles lebe ich meine Neugierde auf das Entdecken und Hörbarmachen „alter Musik“ aus und als Lehrbeauftragte an der HfM Würzburg sowie im Instrumentalunterricht mit Kindern versuche ich meine Erfahrungen und Begeisterung weiterzugeben.